1 Extreme Ozonverluste im Frühjahr über Europa
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5 Quantifizierung des chemisch bedingten Ozonverlusts im Nordwinter sowie
6 dessen Auswirkungen auf mittlere Breiten in Europa:
7 Im Winter 2010/2011 wurde die bisher stärkste Ozonzerstörung im Bereich
8 des Arktischen Polarwirbels beobachtet. Die Auswirkungen solch starker
9 Verluste auf Mitteleuropa waren im Jahr 2006 am stärksten. Im Rahmen
10 von der `Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP)`_ soll ein Frühwarnsystem
11 für solche Ereignisse etabliert werden.
12 Grundlage sind Simulationen mit dem Jülicher Chemie-Transportmodell
13 `CLaMS`_, welches über innovative Transport- und Mischungsalgorithmen zur
14 Berechnung des Austauschs von Luftmassen zwischen polaren und mittleren
15 Breiten (z. B. Einmischung ozonarmer Luft über Europa) verfügt. Die
16 realitätsnahen Simulationen werden durch Satellitenbeobachtungen
17 initialisiert und meteorologische Vorhersagen des ECMWF angetrieben.
19 Für die arktischen Winter der einzelnen Jahre 2010-2016 sind auf
20 weiteren Seiten `Berechnungen des Ozonverlusts`_ und
21 `Abschätzungen aus der Temperatur`_ dargestellt.
22 Es wird auch gezeigt, wie
23 sich der `UV-Anstieg`_ am Boden im Verlauf des Frühjahres entwickeln
24 würde im Falle verscheidener Ozonverluste. Für den aktuellen Winter 2016
25 sind berechneter Ozonverlust und Ozonsäule sowie der daraus berechnete
26 maximale UV-Index (zur Mittagszeit bei wolkenfreien Himmel) als
27 `Kartendarstellung`_ für die einzelnen Tage gezeigt.
31 Zusammenfassung für den Winter 2015/2016:
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33 * Die stratosphärischen Temperaturen im Winter 2015/2016 waren so
34 niedrig wie in den letzten Jahrzehnten noch nie beobachtet.
35 * Dadurch wurden Polare Stratosphärenwolken (PSCs) in weiten
36 Bereichen zwischen etwa 14 und 26 Kilometern Höhe beobachtet, das
37 ist weit mehr als normalerweise beobachtet.
38 * Dies führte zu Chlor-Aktivierung und im Sonnenlicht zum
39 katalytischen Ozonabbau. Nach Berechnungen mit dem Modell CLaMS
40 ist der Ozonverlust in der Säule größer, als im bisherigen
42 * Anfang März fand eine sogenannte Stratosphärenerwärmung statt, die
43 -wie in jedem Jahr- zum Zusammenbruch des Polarwirbels führte.
44 * Seit etwa 10. März stoppte der katalytische Ozonabbau, da sich
45 inzwischen die "aktiven Chlorverbindungen" wieder nach HCl und
46 ClONO\ :sub:`2`\ umgewandelt haben (konsistent im Modell und in den
48 * Aus den niedrigeren Ozonsäulen resultierte eine leichte Erhöhung
49 des UV-Strahung am Boden. Allerdings ist die UV-Einstrahlung in
50 diesen Breiten und zu dieser Jahreszeit gering. Dort, wohin die
51 Luftmassen des Polarwirbel verschoben wurden, bedeutet das einen
52 UV-Index Anfang März, wie man ihn normalerweise erst Ende März
53 erwarten würde. Extrem hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling
54 unter dem Ozonloch traten nicht auf.
59 Die unten stehenden Bilder zeigen als Beispiel die geographische
60 Verteilung des berechneten Ozons (oben) und Ozonverlustes (unten) für
61 den 28. März 2011. Gezeigt ist jeweils die Gesamtsäule zwischen 12 und
62 22 km Höhe in Dobson-Einheiten (DU).
64 .. _Berechnungen des Ozonverlusts: /ozoneloss/clams/2016
65 .. _Abschätzungen aus der Temperatur: /ozoneloss/vpsc/2016
66 .. _UV-Anstieg: /ozoneloss/uvi
67 .. _Kartendarstellung: /ozoneloss/uvmap/160321
68 .. _Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP): /eskp
69 .. _CLaMS: http://en.wikipedia.org/wiki/CLaMS