1.1 --- a/templates/de/rst/ozoneloss.rst Mon Jan 20 20:05:31 2020 +0100
1.2 +++ b/templates/de/rst/ozoneloss.rst Tue Jan 21 12:49:47 2020 +0100
1.3 @@ -2,36 +2,42 @@
1.4 ============================================
1.5
1.6
1.7 -Quantifizierung des chemisch bedingten Ozonverlusts im Nordwinter sowie
1.8 -dessen Auswirkungen auf mittlere Breiten in Europa:
1.9 -Im Winter 2010/2011 wurde die bisher stärkste Ozonzerstörung im Bereich
1.10 -des Arktischen Polarwirbels beobachtet. Die Auswirkungen solch starker
1.11 -Verluste auf Mitteleuropa waren im Jahr 2006 am stärksten. Im Rahmen
1.12 -von der `Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP)`_ soll ein Frühwarnsystem
1.13 -für solche Ereignisse etabliert werden.
1.14 +Hier wird der chemisch bedingte Ozonverlust im Nordwinter sowie
1.15 +dessen Auswirkungen auf mittlere Breiten in Europa beschrieben.
1.16 +Im Winter 2010/2011 wurde zum Beispiel eine sehr hohe Ozonzerstörung im Bereich
1.17 +des Arktischen Polarwirbels beobachtet. Im Rahmen
1.18 +von der `Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP)`_ sollen die Auswirkungen
1.19 +dieser Ozonverluste auf mittlere Breiten erklärt und
1.20 +tagesaktuell dokumentiert werden.
1.21 +Somit wird ein Frühwarnsystem für solche Ereignisse etabliert.
1.22 Grundlage sind Simulationen mit dem Jülicher Chemie-Transportmodell
1.23 `CLaMS`_, welches über innovative Transport- und Mischungsalgorithmen zur
1.24 Berechnung des Austauschs von Luftmassen zwischen polaren und mittleren
1.25 Breiten (z. B. Einmischung ozonarmer Luft über Europa) verfügt. Die
1.26 realitätsnahen Simulationen werden durch Satellitenbeobachtungen
1.27 -initialisiert und meteorologische Vorhersagen des ECMWF angetrieben.
1.28 +initialisiert und meteorologische Analysen des ECMWF angetrieben.
1.29
1.30 -Für die arktischen Winter der einzelnen Jahre 2010-2019 sind auf
1.31 +Der Ozonabbau im Poalrwirbel hängt deutlich von der Temperatur ab.
1.32 +Hierfür muss eine Schwelltemperatur von etwa -78 Grad unterschritten
1.33 +werden. Für die arktischen Winter der einzelnen Jahre 2010-2020 sind auf
1.34 weiteren Seiten `Berechnungen des Ozonverlusts`_ und
1.35 `Abschätzungen aus der Temperatur`_ dargestellt.
1.36 -Es wird auch gezeigt, wie
1.37 +Zur Erläuterung und Einschätzung der Resultate wird auch gezeigt, wie
1.38 sich der `UV-Anstieg`_ am Boden im Verlauf des Frühjahres entwickeln
1.39 -würde im Falle verscheidener Ozonverluste. Ab dem Winter 2016
1.40 -sind berechneter Ozonverlust und Ozonsäule sowie der daraus berechnete
1.41 -maximale UV-Index (zur Mittagszeit bei wolkenfreien Himmel) als
1.42 +würde im Falle verscheidener Ozonverluste.
1.43 +Berechneter Ozonverlust und Ozonsäule sowie der daraus berechnete
1.44 +maximale UV-Index (zur Mittagszeit bei wolkenfreien Himmel) werden als
1.45 `Kartendarstellung`_ für die einzelnen Tage gezeigt.
1.46
1.47 +In der Regel sind die Ozonsäuen in der Arktis trotz Ozonabbau noch deutlich
1.48 +höher als in der Antarktis, so dass im arktischen Frühjahr sich maximal eine mäßige UV-Einstrahlung zeigte.
1.49
1.50 Aktuell
1.51 --------
1.52
1.53 Die Berechnungen **für den aktuellen Winter 2019/2020** zeigen bisher einen
1.54 -etwas überdurchschnittlichen Ozonabbau.
1.55 +etwas überdurchschnittlichen Ozonabbau. Der weitere Verlauf hängt von der
1.56 +weiteren Entwicklung der stratosphärischen Temperatur ab.
1.57
1.58
1.59 Frühere Jahre
1.60 @@ -43,48 +49,37 @@
1.61
1.62 In den vergangenen Jahren waren besonders die Winter 2010/2011 und 2015/2016
1.63 geprägt von einem kalten, stabilen Polarwibel, was mit einem deutlichen
1.64 -Ozonabbau einherging. Dies ging einher mit einer leichten Erhöhung der
1.65 +Ozonabbau einherging. Dies ging einher mit einer leichten Erhöhung der
1.66 UV-Einstrahlung, die jedoch in unseren Breiten im März normalerweise gering
1.67 ist. Extrem hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling unter dem Ozonloch
1.68 traten bisher nicht auf.
1.69
1.70 -Winter 2015/2016:
1.71 -++++++++++++++++++
1.72 - * Die stratosphärischen Temperaturen im Winter 2015/2016 waren so
1.73 - niedrig wie in den letzten Jahrzehnten noch nie beobachtet.
1.74 - * Dadurch wurden Polare Stratosphärenwolken (PSCs) in weiten
1.75 - Bereichen zwischen etwa 14 und 26 Kilometern Höhe beobachtet, das
1.76 - ist weit mehr als normalerweise beobachtet.
1.77 - * Dies führte zu Chlor-Aktivierung und im Sonnenlicht zum
1.78 - katalytischen Ozonabbau. Nach Berechnungen mit dem Modell CLaMS
1.79 - ist der Ozonverlust in der Säule größer, als im bisherigen
1.80 - "Rekordwinter" 2011.
1.81 - * Anfang März fand eine sogenannte Stratosphärenerwärmung statt, die
1.82 - -wie in jedem Jahr- zum Zusammenbruch des Polarwirbels führte.
1.83 - * Seit etwa 10. März stoppte der katalytische Ozonabbau, da sich
1.84 - inzwischen die "aktiven Chlorverbindungen" wieder nach HCl und
1.85 - ClONO\ :sub:`2`\ umgewandelt haben (konsistent im Modell und in den
1.86 - Beobachtungen).
1.87 - * Aus den niedrigeren Ozonsäulen resultierte eine leichte Erhöhung
1.88 - des UV-Strahung am Boden. Allerdings ist die UV-Einstrahlung in
1.89 - diesen Breiten und zu dieser Jahreszeit gering. Dort, wohin die
1.90 - Luftmassen des Polarwirbel verschoben wurden, bedeutet das einen
1.91 - UV-Index Anfang März, wie man ihn normalerweise erst Ende März
1.92 - erwarten würde. Extrem hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling
1.93 - unter dem Ozonloch traten nicht auf.
1.94 +Winter 2015/2016:
1.95 +-----------------
1.96 +
1.97 +Die stratosphärischen Temperaturen im Winter 2015/2016 waren so
1.98 +niedrig wie in den letzten Jahrzehnten noch nie beobachtet mit der
1.99 +Folge eines sehr hohen Ozonverlustes von über 100 DU.
1.100 +Aus den niedrigeren Ozonsäulen resultierte eine leichte Erhöhung des
1.101 +UV-Strahung am Boden. Allerdings ist die UV-Einstrahlung in diesen
1.102 +Breiten und zu dieser Jahreszeit gering. Dort, wohin die Luftmassen
1.103 +des Polarwirbel verschoben wurden, bedeutet das einen UV-Index Anfang
1.104 +März, wie man ihn normalerweise erst Ende März erwarten würde. Extrem
1.105 +hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling unter dem Ozonloch traten
1.106 +nicht auf.
1.107
1.108
1.109 Winter 2010/2011:
1.110 -++++++++++++++++++
1.111 +-----------------
1.112
1.113 Die unten stehenden Bilder zeigen als Beispiel die geographische
1.114 Verteilung des berechneten Ozons (oben) und Ozonverlustes (unten) für
1.115 den 28. März 2011. Gezeigt ist jeweils die Gesamtsäule zwischen 12 und
1.116 22 km Höhe in Dobson-Einheiten (DU).
1.117
1.118 -.. _Berechnungen des Ozonverlusts: /ozoneloss/clams/2019
1.119 -.. _Abschätzungen aus der Temperatur: /ozoneloss/vpsc/2019
1.120 +.. _Berechnungen des Ozonverlusts: /ozoneloss/clams/2020
1.121 +.. _Abschätzungen aus der Temperatur: /ozoneloss/vpsc/2020
1.122 .. _UV-Anstieg: /ozoneloss/uvi
1.123 -.. _Kartendarstellung: /ozoneloss/uvmap/160321
1.124 +.. _Kartendarstellung: /ozoneloss/uvmap/200119
1.125 .. _Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP): /eskp
1.126 .. _CLaMS: http://en.wikipedia.org/wiki/CLaMS