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author Jens-Uwe Grooss <j.-u.grooss@fz-juelich.de>
Wed, 15 Jan 2020 09:40:02 +0100
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permissions -rw-r--r--
update Beschreibung Ozonverlust
     1 Extreme Ozonverluste im Frühjahr über Europa
     2 ============================================
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     4 
     5 Quantifizierung des chemisch bedingten Ozonverlusts im Nordwinter sowie
     6 dessen Auswirkungen auf mittlere Breiten in Europa:
     7 Im Winter 2010/2011 wurde die bisher stärkste Ozonzerstörung im Bereich
     8 des Arktischen Polarwirbels beobachtet. Die Auswirkungen solch starker
     9 Verluste auf Mitteleuropa waren im Jahr 2006 am stärksten. Im Rahmen
    10 von der `Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP)`_ soll ein Frühwarnsystem 
    11 für solche Ereignisse etabliert werden.
    12 Grundlage sind Simulationen mit dem Jülicher Chemie-Transportmodell
    13 `CLaMS`_, welches über innovative Transport- und Mischungsalgorithmen zur
    14 Berechnung des Austauschs von Luftmassen zwischen polaren und mittleren
    15 Breiten (z. B. Einmischung ozonarmer Luft über Europa) verfügt. Die
    16 realitätsnahen Simulationen werden durch Satellitenbeobachtungen
    17 initialisiert und meteorologische Vorhersagen des ECMWF angetrieben.
    18 
    19 Für die arktischen Winter der einzelnen Jahre 2010-2019 sind auf
    20 weiteren Seiten `Berechnungen des Ozonverlusts`_ und 
    21 `Abschätzungen aus der Temperatur`_ dargestellt.  
    22 Es wird auch gezeigt, wie
    23 sich der `UV-Anstieg`_ am Boden im Verlauf des Frühjahres entwickeln
    24 würde im Falle verscheidener Ozonverluste. Für den Winter 2016
    25 sind berechneter Ozonverlust und Ozonsäule sowie der daraus berechnete 
    26 maximale UV-Index  (zur Mittagszeit bei wolkenfreien Himmel) als 
    27 `Kartendarstellung`_ für die einzelnen Tage gezeigt.
    28 
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    30 Aktuell
    31 --------
    32 
    33 Die Berechnungen **für den aktuellen Winter 2019/2020** zeigen bisher einen
    34 durchschnittlichen Ozonabbau.
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    36 
    37 Frühere Jahre
    38 --------------
    39 Im letzten Winter 2018/2019 waren die stratosphärischen Temperaturen für
    40 einen signifikanten chlor-katalysierten Ozonabbau zu hoch.
    41 Ein sogenanntes "Major Warming" Anfang Januar führte neben der Erwärmung
    42 der Stratosphäre zur Abspaltung eines Teils des Polarwirbels.
    43 
    44 In den vergangenen Jahren waren besonders die Winter 2010/2011 und 2015/2016
    45 geprägt von einem kalten, stabilen Polarwibel, was mit einem deutlichen
    46 Ozonabbau einherging. Dies ging einher mit einer leichten Erhöhung der
    47 UV-Einstrahlung, die jedoch in unseren Breiten im März normalerweise gering
    48 ist. Extrem hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling  unter dem Ozonloch
    49 traten bisher nicht auf.
    50 
    51 Winter 2015/2016: 
    52 ++++++++++++++++++
    53  * Die stratosphärischen Temperaturen im Winter 2015/2016 waren so
    54    niedrig wie in den letzten Jahrzehnten noch nie beobachtet.
    55  * Dadurch wurden Polare Stratosphärenwolken (PSCs) in weiten
    56    Bereichen zwischen etwa 14 und 26 Kilometern Höhe beobachtet, das
    57    ist weit mehr als normalerweise beobachtet.
    58  * Dies führte zu Chlor-Aktivierung und im Sonnenlicht zum
    59    katalytischen Ozonabbau.  Nach Berechnungen mit dem Modell CLaMS
    60    ist der Ozonverlust in der Säule größer, als im bisherigen
    61    "Rekordwinter" 2011.
    62  * Anfang März fand eine sogenannte Stratosphärenerwärmung statt, die
    63    -wie in jedem Jahr- zum Zusammenbruch des Polarwirbels führte.
    64  * Seit etwa 10. März stoppte der katalytische Ozonabbau, da sich
    65    inzwischen die "aktiven Chlorverbindungen" wieder nach HCl und
    66    ClONO\ :sub:`2`\  umgewandelt haben (konsistent im Modell und in den
    67    Beobachtungen).
    68  * Aus den niedrigeren Ozonsäulen resultierte eine leichte Erhöhung
    69    des UV-Strahung am Boden. Allerdings ist die UV-Einstrahlung in
    70    diesen Breiten und zu dieser Jahreszeit gering.  Dort, wohin die
    71    Luftmassen des Polarwirbel verschoben wurden, bedeutet das einen
    72    UV-Index Anfang März, wie man ihn normalerweise erst Ende März
    73    erwarten würde. Extrem hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling 
    74    unter dem Ozonloch traten nicht auf.
    75 
    76 
    77 Winter 2010/2011: 
    78 ++++++++++++++++++
    79 
    80 Die unten stehenden Bilder zeigen als Beispiel die geographische
    81 Verteilung des berechneten Ozons (oben) und Ozonverlustes (unten) für
    82 den 28. März 2011. Gezeigt ist jeweils die Gesamtsäule zwischen 12 und
    83 22 km Höhe in Dobson-Einheiten (DU).
    84 
    85 .. _Berechnungen des Ozonverlusts: /ozoneloss/clams/2019
    86 .. _Abschätzungen aus der Temperatur: /ozoneloss/vpsc/2019
    87 .. _UV-Anstieg: /ozoneloss/uvi
    88 .. _Kartendarstellung: /ozoneloss/uvmap/160321
    89 .. _Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP): /eskp
    90 .. _CLaMS: http://en.wikipedia.org/wiki/CLaMS
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