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author Jens-Uwe Grooss <j.-u.grooss@fz-juelich.de>
Tue, 14 Jan 2020 16:07:51 +0100
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permissions -rw-r--r--
update description current winter
     1 Extreme Ozonverluste im Frühjahr über Europa
     2 ============================================
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     4 
     5 Quantifizierung des chemisch bedingten Ozonverlusts im Nordwinter sowie
     6 dessen Auswirkungen auf mittlere Breiten in Europa:
     7 Im Winter 2010/2011 wurde die bisher stärkste Ozonzerstörung im Bereich
     8 des Arktischen Polarwirbels beobachtet. Die Auswirkungen solch starker
     9 Verluste auf Mitteleuropa waren im Jahr 2006 am stärksten. Im Rahmen
    10 von der `Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP)`_ soll ein Frühwarnsystem 
    11 für solche Ereignisse etabliert werden.
    12 Grundlage sind Simulationen mit dem Jülicher Chemie-Transportmodell
    13 `CLaMS`_, welches über innovative Transport- und Mischungsalgorithmen zur
    14 Berechnung des Austauschs von Luftmassen zwischen polaren und mittleren
    15 Breiten (z. B. Einmischung ozonarmer Luft über Europa) verfügt. Die
    16 realitätsnahen Simulationen werden durch Satellitenbeobachtungen
    17 initialisiert und meteorologische Vorhersagen des ECMWF angetrieben.
    18 
    19 Für die arktischen Winter der einzelnen Jahre 2010-2019 sind auf
    20 weiteren Seiten `Berechnungen des Ozonverlusts`_ und 
    21 `Abschätzungen aus der Temperatur`_ dargestellt.  
    22 Es wird auch gezeigt, wie
    23 sich der `UV-Anstieg`_ am Boden im Verlauf des Frühjahres entwickeln
    24 würde im Falle verscheidener Ozonverluste. Für den Winter 2016
    25 sind berechneter Ozonverlust und Ozonsäule sowie der daraus berechnete 
    26 maximale UV-Index  (zur Mittagszeit bei wolkenfreien Himmel) als 
    27 `Kartendarstellung`_ für die einzelnen Tage gezeigt.
    28 
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    30 Aktuell
    31 --------
    32 
    33 Die Berechnungen **für den aktuellen Winter 2019/2020** bgannen am 10. Januar.
    34 Die hdargestellten Berechnungen **für den letzten Winter
    35 2018/2019** zeigten bisher, dass die stratosphärischen Temperaturen für
    36 einen signifikanten chlor-katalysierten Ozonabbau zu hoch ware.  Ein
    37 sogenanntes "Major Warming" Anfang Januar führte neben der Erwärmung
    38 der Stratosphäre zur Abspaltung eines Teils des Polarwirbels.  Zur
    39 Zeit zeigen die Berechnungen keinen signifikanten Chlor-katalysierten
    40 Ozonabbau. Die Berechnungen wurden fortgesetzt bis Ende März 2019.
    41 
    42 
    43 Frühere Jahre
    44 --------------
    45 In den vergangenen Jahren waren besonders die Winter 2010/2011 und 2015/2016
    46 geprägt von einem kalten, stabilen Polarwibel, was mit einem deutlichen
    47 Ozonabbau einherging. Dies ging einher mit einer leichten Erhöhung der
    48 UV-Einstrahlung, die jedoch in unseren Breiten im März normalerweise gering
    49 ist. Extrem hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling  unter dem Ozonloch
    50 traten bisher nicht auf.
    51 
    52 Winter 2015/2016: 
    53 ++++++++++++++++++
    54  * Die stratosphärischen Temperaturen im Winter 2015/2016 waren so
    55    niedrig wie in den letzten Jahrzehnten noch nie beobachtet.
    56  * Dadurch wurden Polare Stratosphärenwolken (PSCs) in weiten
    57    Bereichen zwischen etwa 14 und 26 Kilometern Höhe beobachtet, das
    58    ist weit mehr als normalerweise beobachtet.
    59  * Dies führte zu Chlor-Aktivierung und im Sonnenlicht zum
    60    katalytischen Ozonabbau.  Nach Berechnungen mit dem Modell CLaMS
    61    ist der Ozonverlust in der Säule größer, als im bisherigen
    62    "Rekordwinter" 2011.
    63  * Anfang März fand eine sogenannte Stratosphärenerwärmung statt, die
    64    -wie in jedem Jahr- zum Zusammenbruch des Polarwirbels führte.
    65  * Seit etwa 10. März stoppte der katalytische Ozonabbau, da sich
    66    inzwischen die "aktiven Chlorverbindungen" wieder nach HCl und
    67    ClONO\ :sub:`2`\  umgewandelt haben (konsistent im Modell und in den
    68    Beobachtungen).
    69  * Aus den niedrigeren Ozonsäulen resultierte eine leichte Erhöhung
    70    des UV-Strahung am Boden. Allerdings ist die UV-Einstrahlung in
    71    diesen Breiten und zu dieser Jahreszeit gering.  Dort, wohin die
    72    Luftmassen des Polarwirbel verschoben wurden, bedeutet das einen
    73    UV-Index Anfang März, wie man ihn normalerweise erst Ende März
    74    erwarten würde. Extrem hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling 
    75    unter dem Ozonloch traten nicht auf.
    76 
    77 
    78 Winter 2010/2011: 
    79 ++++++++++++++++++
    80 
    81 Die unten stehenden Bilder zeigen als Beispiel die geographische
    82 Verteilung des berechneten Ozons (oben) und Ozonverlustes (unten) für
    83 den 28. März 2011. Gezeigt ist jeweils die Gesamtsäule zwischen 12 und
    84 22 km Höhe in Dobson-Einheiten (DU).
    85 
    86 .. _Berechnungen des Ozonverlusts: /ozoneloss/clams/2019
    87 .. _Abschätzungen aus der Temperatur: /ozoneloss/vpsc/2019
    88 .. _UV-Anstieg: /ozoneloss/uvi
    89 .. _Kartendarstellung: /ozoneloss/uvmap/160321
    90 .. _Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP): /eskp
    91 .. _CLaMS: http://en.wikipedia.org/wiki/CLaMS
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