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author Jens-Uwe Groo? <j.-u.grooss@fz-juelich.de>
Wed, 29 Jan 2020 13:01:44 +0100
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typo corretction
     1 Ozonverluste im Frühjahr über Europa
     2 ====================================
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     4 
     5 Hier wird der chemisch bedingte Ozonverlust im Nordwinter sowie
     6 dessen Auswirkungen auf mittlere Breiten in Europa beschrieben.
     7 Im Winter 2010/2011 wurde zum Beispiel eine sehr hohe Ozonzerstörung im Bereich
     8 des Arktischen Polarwirbels beobachtet. Im Rahmen
     9 von der `Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP)`_ sollen die Auswirkungen
    10 dieser Ozonverluste auf mittlere Breiten  erklärt und
    11 tagesaktuell dokumentiert werden.
    12 Somit wird ein Frühwarnsystem  für solche Ereignisse etabliert.
    13 Grundlage sind Simulationen mit dem Jülicher Chemie-Transportmodell
    14 `CLaMS`_, welches über innovative Transport- und Mischungsalgorithmen zur
    15 Berechnung des Austauschs von Luftmassen zwischen polaren und mittleren
    16 Breiten (z. B. Einmischung ozonarmer Luft über Europa) verfügt. Die
    17 realitätsnahen Simulationen werden durch Satellitenbeobachtungen
    18 initialisiert und meteorologische Analysen des ECMWF angetrieben.
    19 
    20 Der Ozonabbau im Poalrwirbel hängt deutlich von der Temperatur ab.
    21 Hierfür muss eine Schwelltemperatur von etwa -78 Grad unterschritten
    22 werden. Für die arktischen Winter der einzelnen Jahre 2010-2020 sind auf
    23 weiteren Seiten `Berechnungen des Ozonverlusts`_ und 
    24 `Abschätzungen aus der Temperatur`_ dargestellt.  
    25 Zur Erläuterung und Einschätzung der Resultate wird auch gezeigt, wie
    26 sich der `UV-Anstieg`_ am Boden im Verlauf des Frühjahres entwickeln
    27 würde im Falle verscheidener Ozonverluste. 
    28 Berechneter Ozonverlust und Ozonsäule sowie der daraus berechnete 
    29 maximale UV-Index  (zur Mittagszeit bei wolkenfreien Himmel) werden als 
    30 `Kartendarstellung`_ für die einzelnen Tage gezeigt.
    31 
    32 In der Regel sind die Ozonsäulen in der Arktis trotz Ozonabbau noch deutlich
    33 höher als in der Antarktis, so dass im arktischen Frühjahr sich maximal eine mäßige UV-Einstrahlung zeigte.
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    35 Aktuell
    36 --------
    37 
    38 Die Berechnungen **für den aktuellen Winter 2019/2020** zeigen bisher einen
    39 etwas überdurchschnittlichen Ozonabbau.  Ende Januar sind die statosphärischen
    40 Temperaturen  sehr niedrig, d.h. hoher Ozonabbau könnte folgen, wenn der
    41 Polarwirbel stabil bleibt.
    42 
    43 
    44 Frühere Jahre
    45 --------------
    46 Im letzten Winter 2018/2019 waren die stratosphärischen Temperaturen für
    47 einen signifikanten chlor-katalysierten Ozonabbau zu hoch.
    48 Ein sogenanntes "Major Warming" Anfang Januar führte neben der Erwärmung
    49 der Stratosphäre zur Abspaltung eines Teils des Polarwirbels.
    50 
    51 In den vergangenen Jahren waren besonders die Winter 2010/2011 und 2015/2016
    52 geprägt von einem kalten, stabilen Polarwibel, was mit einem deutlichen
    53 Ozonabbau einherging.  Dies ging einher mit einer leichten Erhöhung der
    54 UV-Einstrahlung, die jedoch in unseren Breiten im März normalerweise gering
    55 ist. Extrem hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling  unter dem Ozonloch
    56 traten bisher nicht auf.
    57 
    58 Winter 2015/2016:
    59 -----------------
    60 
    61 Die stratosphärischen Temperaturen im Winter 2015/2016 waren so
    62 niedrig wie in den letzten Jahrzehnten noch nie beobachtet mit der
    63 Folge eines sehr hohen Ozonverlustes von über 100 DU. 
    64 Aus den niedrigeren Ozonsäulen resultierte eine leichte Erhöhung des
    65 UV-Strahung am Boden. Allerdings ist die UV-Einstrahlung in diesen
    66 Breiten und zu dieser Jahreszeit gering.  Dort, wohin die Luftmassen
    67 des Polarwirbel verschoben wurden, bedeutet das einen UV-Index Anfang
    68 März, wie man ihn normalerweise erst Ende März erwarten würde. Extrem
    69 hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling unter dem Ozonloch traten
    70 nicht auf.
    71 
    72 
    73 Winter 2010/2011: 
    74 -----------------
    75 
    76 Die unten stehenden Bilder zeigen als Beispiel die geographische
    77 Verteilung des berechneten Ozons (oben) und Ozonverlustes (unten) für
    78 den 28. März 2011. Gezeigt ist jeweils die Gesamtsäule zwischen 12 und
    79 22 km Höhe in Dobson-Einheiten (DU).
    80 
    81 .. _Berechnungen des Ozonverlusts: /ozoneloss/clams/2020
    82 .. _Abschätzungen aus der Temperatur: /ozoneloss/vpsc/2020
    83 .. _UV-Anstieg: /ozoneloss/uvi
    84 .. _Kartendarstellung: /ozoneloss/uvmap/200119
    85 .. _Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP): /eskp
    86 .. _CLaMS: http://en.wikipedia.org/wiki/CLaMS
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