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author Jens-Uwe Grooss <j.-u.grooss@fz-juelich.de>
Fri, 28 Feb 2020 09:40:18 +0100
changeset 1113 c71aaab5acb5
parent 1037 401aaf284c13
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update description for the current (2020) winter
     1 Ozonverluste im Frühjahr über Europa
     2 ====================================
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     4 
     5 Hier wird der chemisch bedingte Ozonverlust im Nordwinter sowie
     6 dessen Auswirkungen auf mittlere Breiten in Europa beschrieben.
     7 Im Winter 2010/2011 wurde zum Beispiel eine sehr hohe Ozonzerstörung im Bereich
     8 des Arktischen Polarwirbels beobachtet. Im Rahmen
     9 der `Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP)`_ werden die Auswirkungen
    10 dieser Ozonverluste auf mittlere Breiten  erklärt und
    11 tagesaktuell dokumentiert.
    12 So wird ein Frühwarnsystem  für solche Ereignisse etabliert.
    13 Grundlage sind Simulationen mit dem Jülicher Chemie-Transportmodell
    14 `CLaMS`_, welches über innovative Transport- und Mischungsalgorithmen zur
    15 Berechnung des Austauschs von Luftmassen zwischen polaren und mittleren
    16 Breiten (z. B. Einmischung ozonarmer Luft über Europa) verfügt. Die
    17 realitätsnahen Simulationen werden durch Satellitenbeobachtungen
    18 initialisiert und meteorologische Analysen des ECMWF angetrieben.
    19 
    20 Der Ozonabbau im Polarwirbel wird von der Temperatur bestimmt.
    21 Für polaren Ozonabbau muss eine Schwelltemperatur von etwa -78°C
    22 unterschritten werden. Für die arktischen Winter der einzelnen Jahre
    23 2010-2020 sind auf weiteren Seiten `Berechnungen des Ozonverlusts`_
    24 und `Abschätzungen aus der Temperatur`_ dargestellt.  Zur Erläuterung
    25 und Einschätzung der Resultate wird auch gezeigt, wie sich der
    26 `UV-Anstieg`_ am Boden im Verlauf des Frühjahres entwickeln würde im
    27 Falle verschiedener Ozonverluste.  Berechneter Ozonverlust und
    28 Ozonsäule sowie der daraus berechnete maximale UV-Index (zur
    29 Mittagszeit bei wolkenfreiem Himmel) werden als `Kartendarstellung`_
    30 für die einzelnen Tage gezeigt.
    31 
    32 In der Regel sind die Ozonsäulen in der Arktis trotz Ozonabbau noch
    33 deutlich höher als in der Antarktis, so dass im arktischen Frühjahr
    34 bislang sich maximal eine mäßige UV-Einstrahlung zeigt.
    35 
    36 Aktuell
    37 --------
    38 
    39 Die Berechnungen **für den aktuellen Winter 2019/2020** zeigen bisher einen
    40 überdurchschnittlichen Ozonabbau.  Seit Ende Januar sind die statosphärischen
    41 Temperaturen  sehr niedrig und der Polarwirbel ist stabil. Ende Februar
    42 erreichte der mittlere Ozonverlust etwa 70 DU, der zweithöchste
    43 Wert im letzten Jahrzehnt nach 2016.
    44 
    45 
    46 Frühere Jahre
    47 --------------
    48 Im letzten Winter 2018/2019 waren die stratosphärischen Temperaturen für
    49 einen signifikanten Chlor-katalysierten Ozonabbau zu hoch.
    50 Ein sogenanntes "Major Warming" Anfang Januar führte neben der Erwärmung
    51 der Stratosphäre zur Abspaltung eines Teils des Polarwirbels.
    52 
    53 In den vergangenen Jahren waren besonders die Winter 2010/2011 und 2015/2016
    54 geprägt von einem kalten, stabilen Polarwirbel, was mit einem deutlichen
    55 Ozonabbau einherging.  Dies führte zu mit einer leichten Erhöhung der
    56 UV-Einstrahlung, die jedoch in unseren Breiten im März normalerweise gering
    57 ist. Extrem hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling  unter dem Ozonloch
    58 traten bisher in der Arktis nicht auf.
    59 
    60 Winter 2015/2016:
    61 -----------------
    62 
    63 Die stratosphärischen Temperaturen im Winter 2015/2016 waren so
    64 niedrig wie in den letzten Jahrzehnten noch nie beobachtet mit der
    65 Folge eines sehr hohen Ozonverlustes von über 100 DU. 
    66 Aus den niedrigeren Ozonsäulen resultierte eine leichte Erhöhung des
    67 UV-Strahlung am Boden. Allerdings ist die UV-Einstrahlung in diesen
    68 Breiten und zu dieser Jahreszeit gering.  Dort, wohin die Luftmassen
    69 des Polarwirbel verschoben wurden, bedeutet das einen UV-Index Anfang
    70 März, wie man ihn normalerweise erst Ende März erwarten würde. Extrem
    71 hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling unter dem Ozonloch traten
    72 in der Arktis jedoch nicht auf.
    73 
    74 
    75 Winter 2010/2011: 
    76 -----------------
    77 
    78 Die unten stehenden Bilder zeigen als Beispiel die geographische
    79 Verteilung des berechneten Ozons (oben) und Ozonverlustes (unten) für
    80 den 28. März 2011. Gezeigt ist jeweils die Gesamtsäule zwischen 12 und
    81 22 km Höhe in Dobson-Einheiten (DU).
    82 
    83 .. _Berechnungen des Ozonverlusts: /ozoneloss/clams/2020
    84 .. _Abschätzungen aus der Temperatur: /ozoneloss/vpsc/2020
    85 .. _UV-Anstieg: /ozoneloss/uvi
    86 .. _Kartendarstellung: /ozoneloss/uvmap/200119
    87 .. _Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP): /eskp
    88 .. _CLaMS: http://en.wikipedia.org/wiki/CLaMS
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