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author Jens-Uwe Grooss <j.-u.grooss@fz-juelich.de>
Tue, 30 Jan 2018 16:25:32 +0100
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started update pf IEK7/ESKP pages for the winter 2017/2018
rb@237
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Extreme Ozonverluste im Frühjahr über Europa
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Quantifizierung des chemisch bedingten Ozonverlusts im Nordwinter sowie
j@247
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dessen Auswirkungen auf mittlere Breiten in Europa:
j@250
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Im Winter 2010/2011 wurde die bisher stärkste Ozonzerstörung im Bereich
rb@237
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des Arktischen Polarwirbels beobachtet. Die Auswirkungen solch starker
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Verluste auf Mitteleuropa waren im Jahr 2006 am stärksten. Im Rahmen
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von der `Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP)`_ soll ein Frühwarnsystem 
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für solche Ereignisse etabliert werden.
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Grundlage sind Simulationen mit dem Jülicher Chemie-Transportmodell
j@252
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`CLaMS`_, welches über innovative Transport- und Mischungsalgorithmen zur
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Berechnung des Austauschs von Luftmassen zwischen polaren und mittleren
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Breiten (z. B. Einmischung ozonarmer Luft über Europa) verfügt. Die
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realitätsnahen Simulationen werden durch Satellitenbeobachtungen
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initialisiert und meteorologische Vorhersagen des ECMWF angetrieben.
j@247
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j@733
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Für die arktischen Winter der einzelnen Jahre 2010-2018 sind auf
j@583
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weiteren Seiten `Berechnungen des Ozonverlusts`_ und 
j@583
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`Abschätzungen aus der Temperatur`_ dargestellt.  
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Es wird auch gezeigt, wie
j@583
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sich der `UV-Anstieg`_ am Boden im Verlauf des Frühjahres entwickeln
j@733
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würde im Falle verscheidener Ozonverluste. Für den Winter 2016
j@583
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sind berechneter Ozonverlust und Ozonsäule sowie der daraus berechnete 
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maximale UV-Index  (zur Mittagszeit bei wolkenfreien Himmel) als 
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`Kartendarstellung`_ für die einzelnen Tage gezeigt.
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Zusammenfassung für den Winter 2015/2016: 
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    33
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 * Die stratosphärischen Temperaturen im Winter 2015/2016 waren so
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   niedrig wie in den letzten Jahrzehnten noch nie beobachtet.
j@583
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 * Dadurch wurden Polare Stratosphärenwolken (PSCs) in weiten
j@583
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   Bereichen zwischen etwa 14 und 26 Kilometern Höhe beobachtet, das
j@583
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   ist weit mehr als normalerweise beobachtet.
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    39
 * Dies führte zu Chlor-Aktivierung und im Sonnenlicht zum
j@583
    40
   katalytischen Ozonabbau.  Nach Berechnungen mit dem Modell CLaMS
j@583
    41
   ist der Ozonverlust in der Säule größer, als im bisherigen
j@583
    42
   "Rekordwinter" 2011.
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    43
 * Anfang März fand eine sogenannte Stratosphärenerwärmung statt, die
j@583
    44
   -wie in jedem Jahr- zum Zusammenbruch des Polarwirbels führte.
j@583
    45
 * Seit etwa 10. März stoppte der katalytische Ozonabbau, da sich
j@583
    46
   inzwischen die "aktiven Chlorverbindungen" wieder nach HCl und
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   ClONO\ :sub:`2`\  umgewandelt haben (konsistent im Modell und in den
j@583
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   Beobachtungen).
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    49
 * Aus den niedrigeren Ozonsäulen resultierte eine leichte Erhöhung
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   des UV-Strahung am Boden. Allerdings ist die UV-Einstrahlung in
j@583
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   diesen Breiten und zu dieser Jahreszeit gering.  Dort, wohin die
j@583
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   Luftmassen des Polarwirbel verschoben wurden, bedeutet das einen
j@583
    53
   UV-Index Anfang März, wie man ihn normalerweise erst Ende März
j@583
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   erwarten würde. Extrem hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling 
j@583
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   unter dem Ozonloch traten nicht auf.
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    56
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j@583
    59
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Die unten stehenden Bilder zeigen als Beispiel die geographische
j@583
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Verteilung des berechneten Ozons (oben) und Ozonverlustes (unten) für
j@583
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den 28. März 2011. Gezeigt ist jeweils die Gesamtsäule zwischen 12 und
j@583
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22 km Höhe in Dobson-Einheiten (DU).
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    64
j@733
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.. _Berechnungen des Ozonverlusts: /ozoneloss/clams/2018
j@733
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.. _Abschätzungen aus der Temperatur: /ozoneloss/vpsc/2018
j@317
    67
.. _UV-Anstieg: /ozoneloss/uvi
j@583
    68
.. _Kartendarstellung: /ozoneloss/uvmap/160321
j@354
    69
.. _Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP): /eskp
j@252
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.. _CLaMS: http://en.wikipedia.org/wiki/CLaMS
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