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author Jens-Uwe Grooss <j.-u.grooss@fz-juelich.de>
Tue, 04 Feb 2025 16:30:54 +0100
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     1 Ozonverluste im Frühjahr über Europa
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     5 Hier wird der chemisch bedingte Ozonverlust im Nordwinter sowie dessen
     6 Auswirkungen auf mittlere Breiten in Europa beschrieben.  Im Winter
     7 2010/2011 wurde zum Beispiel eine sehr hohe Ozonzerstörung im Bereich
     8 des Arktischen Polarwirbels beobachtet.  Hier werden die Auswirkungen
     9 dieser Ozonverluste auf mittlere Breiten erklärt und tagesaktuell
    10 dokumentiert.
    11 So wird ein Frühwarnsystem  für solche Ereignisse etabliert.
    12 Grundlage sind Simulationen mit dem Jülicher Chemie-Transportmodell
    13 `CLaMS`_, welches über innovative Transport- und Mischungsalgorithmen zur
    14 Berechnung des Austauschs von Luftmassen zwischen polaren und mittleren
    15 Breiten (z. B. Einmischung ozonarmer Luft über Europa) verfügt. Die
    16 realitätsnahen Simulationen werden durch Satellitenbeobachtungen
    17 initialisiert und meteorologische Analysen des ECMWF angetrieben.
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    19 Der Ozonabbau im Polarwirbel wird von der Temperatur bestimmt.
    20 Für polaren Ozonabbau muss eine Schwelltemperatur von etwa -78°C
    21 unterschritten werden. Für die arktischen Winter der einzelnen Jahre
    22 2010-2020 sind auf weiteren Seiten `Berechnungen des Ozonverlusts`_
    23 und `Abschätzungen aus der Temperatur`_ dargestellt.  Zur Erläuterung
    24 und Einschätzung der Resultate wird auch gezeigt, wie sich der
    25 `UV-Anstieg`_ am Boden im Verlauf des Frühjahres entwickeln würde im
    26 Falle verschiedener Ozonverluste.  Berechneter Ozonverlust und
    27 Ozonsäule sowie der daraus berechnete maximale UV-Index (zur
    28 Mittagszeit bei wolkenfreiem Himmel) werden als `Kartendarstellung`_
    29 für die einzelnen Tage gezeigt.
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    31 In der Regel sind die Ozonsäulen in der Arktis trotz Ozonabbau noch
    32 deutlich höher als in der Antarktis, so dass im arktischen Frühjahr
    33 bislang sich maximal eine mäßige UV-Einstrahlung zeigt.
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    35 (Diese Seite wurde im Rahmen der `Wissensplattform "Erde und Umwelt"
    36 (ESKP)`_ entwickelt.  Das  ESKP Programm wurde 2020 eingestellt, diese
    37 Seite wird jedoch weiterhin aktualisiert.)
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    40 Aktuell
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    43 **Der aktuelle Winter 2024/2025** zeigt besonders niedrige
    44 stratosphärische Temperaturen im insbesondere Rekordwerte Anfang
    45 Februar. Es besteht daher die Möglichkeit eines deutlichen Arktischen
    46 Ozonverlustes. mit Auswirkungen auf die mittleren Breiten.
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    49 Frühere Jahre
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    52 In den vergangenen Jahren waren besonders die Winter 2010/2011, 2015/2016
    53 und 2019/2020  geprägt von einem kalten, stabilen Polarwirbel, was mit einem deutlichen
    54 Ozonabbau einherging.  Dies führte zu mit einer leichten Erhöhung der
    55 UV-Einstrahlung, die jedoch in unseren Breiten im März normalerweise gering
    56 ist. Extrem hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling  unter dem Ozonloch
    57 traten bisher in der Arktis nicht auf.
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    59 Winter 2019/2020:
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    62 Die stratosphärischen Temperaturen im Winter 2019/2020 waren wieder
    63 sehr niedrig und der Polarwirbel war sehr lange stabil. Beide Faktoren
    64 führten zu dem bisher größten Arktischen Ozonverlust. Mittlerweile ist
    65 das auch in der wissenschaftlichen Literatur ausführlich dokumentiert (`1`_, `2`_).
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    68 Winter 2015/2016:
    69 -----------------
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    71 Die stratosphärischen Temperaturen im Winter 2015/2016 waren so
    72 niedrig wie in den letzten Jahrzehnten noch nie beobachtet mit der
    73 Folge eines sehr hohen Ozonverlustes von über 100 DU. 
    74 Aus den niedrigeren Ozonsäulen resultierte eine leichte Erhöhung des
    75 UV-Strahlung am Boden. Allerdings ist die UV-Einstrahlung in diesen
    76 Breiten und zu dieser Jahreszeit gering.  Dort, wohin die Luftmassen
    77 des Polarwirbel verschoben wurden, bedeutet das einen UV-Index Anfang
    78 März, wie man ihn normalerweise erst Ende März erwarten würde. Extrem
    79 hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling unter dem Ozonloch traten
    80 in der Arktis jedoch nicht auf.
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    83 Winter 2010/2011: 
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    86 Die unten stehenden Bilder zeigen als Beispiel die geographische
    87 Verteilung des berechneten Ozons (oben) und Ozonverlustes (unten) für
    88 den 28. März 2011. Gezeigt ist jeweils die Gesamtsäule zwischen 12 und
    89 22 km Höhe in Dobson-Einheiten (DU).
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    91 
    92 
    93 
    94 .. _Berechnungen des Ozonverlusts: /ozoneloss/clams/2025
    95 .. _Abschätzungen aus der Temperatur: /ozoneloss/vpsc/2025
    96 .. _UV-Anstieg: /ozoneloss/uvi
    97 .. _Kartendarstellung: /ozoneloss/uvmap/250203
    98 .. _Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP): /eskp
    99 .. _CLaMS: http://en.wikipedia.org/wiki/CLaMS
   100 .. _1: https://doi.org/10.1029/2020JD033339
   101 .. _2: https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/toc/10.1002/(ISSN)1944-8007.ARCTICSPV
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