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author Jens-Uwe Grooss <j.-u.grooss@fz-juelich.de>
Mon, 14 Mar 2022 10:45:17 +0100
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updated description for 2022
j@1036
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Ozonverluste im Frühjahr über Europa
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Hier wird der chemisch bedingte Ozonverlust im Nordwinter sowie
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dessen Auswirkungen auf mittlere Breiten in Europa beschrieben.
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Im Winter 2010/2011 wurde zum Beispiel eine sehr hohe Ozonzerstörung im Bereich
j@1019
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des Arktischen Polarwirbels beobachtet. Im Rahmen
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der `Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP)`_ werden die Auswirkungen
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dieser Ozonverluste auf mittlere Breiten  erklärt und
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tagesaktuell dokumentiert.
j@1037
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So wird ein Frühwarnsystem  für solche Ereignisse etabliert.
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Grundlage sind Simulationen mit dem Jülicher Chemie-Transportmodell
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`CLaMS`_, welches über innovative Transport- und Mischungsalgorithmen zur
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Berechnung des Austauschs von Luftmassen zwischen polaren und mittleren
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Breiten (z. B. Einmischung ozonarmer Luft über Europa) verfügt. Die
j@247
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realitätsnahen Simulationen werden durch Satellitenbeobachtungen
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initialisiert und meteorologische Analysen des ECMWF angetrieben.
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Der Ozonabbau im Polarwirbel wird von der Temperatur bestimmt.
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Für polaren Ozonabbau muss eine Schwelltemperatur von etwa -78°C
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unterschritten werden. Für die arktischen Winter der einzelnen Jahre
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2010-2020 sind auf weiteren Seiten `Berechnungen des Ozonverlusts`_
j@1037
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und `Abschätzungen aus der Temperatur`_ dargestellt.  Zur Erläuterung
j@1037
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und Einschätzung der Resultate wird auch gezeigt, wie sich der
j@1037
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`UV-Anstieg`_ am Boden im Verlauf des Frühjahres entwickeln würde im
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Falle verschiedener Ozonverluste.  Berechneter Ozonverlust und
j@1037
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Ozonsäule sowie der daraus berechnete maximale UV-Index (zur
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Mittagszeit bei wolkenfreiem Himmel) werden als `Kartendarstellung`_
j@1037
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für die einzelnen Tage gezeigt.
j@317
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j@1037
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In der Regel sind die Ozonsäulen in der Arktis trotz Ozonabbau noch
j@1037
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deutlich höher als in der Antarktis, so dass im arktischen Frühjahr
j@1037
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bislang sich maximal eine mäßige UV-Einstrahlung zeigt.
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j@869
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Aktuell
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--------
j@733
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j@1410
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Im Gegensatz zum vorigen Winter zeigt **der aktuelle Winter
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2021/2022** wieder sehr niedrige stratosphärische Temperaturen.  Der
j@1410
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Ozonabbau ist sehr deutlich, bereits über 80 DU. Das ist jedoch nicht
j@1410
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ganz so viel wie im bisher größten arktischen Ozonabbau im Jahr 2020.
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Frühere Jahre
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    46
--------------
j@1003
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j@1301
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In den vergangenen Jahren waren besonders die Winter 2010/2011, 2015/2016
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und 2019/2020  geprägt von einem kalten, stabilen Polarwirbel, was mit einem deutlichen
j@1037
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Ozonabbau einherging.  Dies führte zu mit einer leichten Erhöhung der
j@869
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UV-Einstrahlung, die jedoch in unseren Breiten im März normalerweise gering
j@869
    52
ist. Extrem hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling  unter dem Ozonloch
j@1037
    53
traten bisher in der Arktis nicht auf.
j@869
    54
j@1301
    55
Winter 2019/2020:
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    56
-----------------
j@1301
    57
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    58
Die stratosphärischen Temperaturen im Winter 2019/2020 waren wieder
j@1301
    59
sehr niedrig und der Polarwirbel war sehr lange stabil. Beide Faktoren
j@1301
    60
führten zu dem bisher größten Arktischen Ozonverlust. Mittlerweile ist
j@1301
    61
das auch in der wissenschaftlichen Literatur ausführlich dokumentiert (`1`_, `2`_).
j@1301
    62
j@1301
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    64
Winter 2015/2016:
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    65
-----------------
j@1019
    66
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Die stratosphärischen Temperaturen im Winter 2015/2016 waren so
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niedrig wie in den letzten Jahrzehnten noch nie beobachtet mit der
j@1019
    69
Folge eines sehr hohen Ozonverlustes von über 100 DU. 
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Aus den niedrigeren Ozonsäulen resultierte eine leichte Erhöhung des
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    71
UV-Strahlung am Boden. Allerdings ist die UV-Einstrahlung in diesen
j@1019
    72
Breiten und zu dieser Jahreszeit gering.  Dort, wohin die Luftmassen
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    73
des Polarwirbel verschoben wurden, bedeutet das einen UV-Index Anfang
j@1019
    74
März, wie man ihn normalerweise erst Ende März erwarten würde. Extrem
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hohe UV-Werte wie im Antarktischen Frühling unter dem Ozonloch traten
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in der Arktis jedoch nicht auf.
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Winter 2010/2011: 
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j@583
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Die unten stehenden Bilder zeigen als Beispiel die geographische
j@583
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Verteilung des berechneten Ozons (oben) und Ozonverlustes (unten) für
j@583
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den 28. März 2011. Gezeigt ist jeweils die Gesamtsäule zwischen 12 und
j@583
    85
22 km Höhe in Dobson-Einheiten (DU).
j@247
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    87
.. _Berechnungen des Ozonverlusts: /ozoneloss/clams/2020
j@1019
    88
.. _Abschätzungen aus der Temperatur: /ozoneloss/vpsc/2020
j@317
    89
.. _UV-Anstieg: /ozoneloss/uvi
j@1019
    90
.. _Kartendarstellung: /ozoneloss/uvmap/200119
j@354
    91
.. _Wissensplattform "Erde und Umwelt" (ESKP): /eskp
j@252
    92
.. _CLaMS: http://en.wikipedia.org/wiki/CLaMS
j@1301
    93
.. _1: https://doi.org/10.1029/2020JD033339
j@1301
    94
.. _2: https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/toc/10.1002/(ISSN)1944-8007.ARCTICSPV
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